Rezension: Südlich der Grenze, westlich der Sonne

murakami“Südlich der Grenze, westlich der Sonne”
Haruki Murakami
Dumont Buchverlag
230 Seiten
16,99 EUR (Hardcover)

“Ich komme zu dir, oder ich komme nicht. Wenn ich komme, bin ich hier. Wenn ich nicht komme, bin ich woanders.”
“Gibt es da keinen Mittelweg?”
“Nein”, sagte sie.
“Denn dort existieren keine mittleren Dinge. Und wo nichts Mittleres existiert, gibt es auch keinen Mittelweg”, sage ich.
“Genau.”

Murakamis “Südlich der Grenze, westlich der Sonne” erschien Anfang der 90er Jahre schon einmal, allerdings unter einem anderen Titel: “Gefährliche Geliebte”. Damals wurde es aus dem Japanischen ins Englische und aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Diese Ausgabe jetzt ist direkt aus dem Japanischen übersetzt worden und ich habe das Gefühl, es ist ein ganz anderes Buch geworden, vielschichtiger und tiefer gehend.

Wer früher gern das “Literarische Quartett” gesehen hat, wird sich vielleicht an den großen Krach zwischen Marcel Reich-Ranicki und Sigrid Löffler erinnern, der Streit, an dem das Quartett letztendlich zerbrochen ist. Der Grund war nichts anderes als die “Gefährliche Geliebte” – für Löffler, “literarisches Fastfood”, für das sie am liebsten einen “Platzverweis” aussprechen wollte, ein sprachloses Buch, das es nicht wert sei, gelesen zu werden. Vor allem die erotischen Szenen fand sie indiskutabel. Reich-Ranicki hielt ihr die Zartheit des Buches entgegen und beschuldigte sie, generell ein Problem mit Erotik und Liebe in Bücher zu haben. Das war das Ende dieser großartigen Sendung, denn Löffler schmiss hin. Reich-Ranicki hätten mit seinen Äußerungen und seinen Interviews danach, den Bogen “überspannt und zerbrochen.”

Was steckt nun hinter diesem “Skandalbuch”, das für so viel Wirbel gesorgt hat?

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Rezension: Inferno

inferno“Inferno”
von Dan Brown
688 Seiten
26 EUR (Gebundene Ausgabe)

Kleine Anmerkung vorneweg: ich habe das Buch auf Englisch gelesen, daher kann ich zur Übersetzung nichts sagen.

Ich bin ein riesen Dan Brown Fan. Mit Ausnahme von “Meteor” fand ich bisher alle Bücher einfach großartig und gerade die Serie rund um Robert Langdon hat es mir angetan. Das Rätselraten, die Twists in den Geschichten, die Spannung und auch das viele Hintergrundwissen, das in seinen Büchern steckt, begeistert mich. Kein Dan Brown Buch ohne eine lange Liste von Sachen, die ich nach oder sogar während des Lesens unbedingt googlen muss.

“Illuminati” hat mich dann sogar nach Rom geführt, um dort auf den Spuren Langdons zu wandeln – ein wunderbarer Kurzurlaub!

“Inferno” bringt uns jetzt in eine andere italienische Stadt – nach Florenz, der Heimat des großen Dichters Dante Alighieri.
Sein Werk, die “Göttliche Komödie”, steht im Mittelpunkt der Geschichte, sie ist die Basis dessen, was Robert Langdon diesmal in Atem halten wird.
Unser bekannter amerikanischer Professor wacht in einem Krankenhausbett auf und kann sich weder daran erinnern, wie er dahin gekommen ist, noch was in den Tagen zuvor geschah. Umso größer ist seine Überraschung als er feststellt, dass er nicht mehr in den USA, sondern in Italien – in Florenz – ist. Visionen einer Frau, die ihn bittet, etwas zu suchen und von toten Körpern in Flüssen und Erde machen ihm zu schaffen, doch bevor er darüber nachdenken kann, was das alles zu bedeuten hat, befindet er sich auf der Flucht vor einer Agentin, die ihn töten will und sie ist scheinbar nicht die Einzige, die es auf ihn abgesehen hat.

Und so beginnt der bekannte Wettlauf gegen die Zeit. Was steckt hinter dem Wissenschaftler, der die WHO vor einer Katastrophe gewarnt hat? Was hat die geheimnisvolle Organisation, die ihn so lange versteckt hat, damit zu tun? Was hat es mit den seltsamen Visionen auf sich? Und ist jeder der, der er vorgibt zu sein?

Dantes “Göttliche Komödie” bildet die Grundlage zur Handlung, der Abstieg in die Unterwelt, der Weg durch die verschiedenen Bereiche der Hölle, die verschlüsselte Sprache, der Aufstieg ins Paradies… Ich habe das Werk erst vor kurzem selbst gelesen und konnte daher “Inferno” umso mehr genießen. Es ist allerdings nicht notwendig Dantes Geschichte selbst gelesen zu haben, denn Brown achtet darauf, dass der Leser jederzeit weiß, um was es geht. Man erfährt viel über den Dichter, sein Leben, sein Werk, sein Genie und trotzdem wird es auf keiner Seite langweilig. So macht Geschichtswissen Spaß.

Die wirkliche Begabung Browns liegt allerdings, meiner Meinung nach, darin, die Orte seiner Handlung so zu beschreiben, dass man sie stets vor Augen hat. Und so entstand Florenz vor meinem inneren Auge, mit seinen Gärten, den Palazzos, den großen Plätzen und Museen, der Ponte Vecchio, dem Dom und seiner ganzen, glorreichen Geschichte. Die Handlung wird schnell vorangetrieben, die Kapitel sind kurz, die Sprache einfach und die Spannung stets vorhanden.

Mit Robert Langdon betritt man einfach vertrautes Terrain. Ich kann ehrlich gesagt die Leser nicht ganz verstehen, die alle Bücher dieser Reihe kaufen und sich dann beschweren, dass es eigentlich immer dasselbe Muster ist. Ich erwarte genau DAS von einem Brown/Langdon Duo. Ich erwarte die schnelle Handlung, die Rätsel, die Hetze, den geschichtlichen Hintergrund, die Lösungen und die Mickey Mouse Uhr. Ich erwarte auch, dass die Charaktere in diesen Büchern einfach intelligenter sind als der Rest, vielleicht auch besser aussehen und persönlich keine großartige Entwicklung durchmachen. Für mich steht die Handlung im Vordergrund. Ich will unterhalten werden und das kann Brown. Er webt ein Netz aus Verschwörungstheorien, Fakten, Möglichkeiten, Geschichtswissen, Spannung und Gefahr, in dem der Leser schon nach kurzer Zeit gnadenlos zappelt.

Ein weiterer Pluspunkt von “Inferno” ist für mich diesmal die Grundidee, denn es ist was dran, an der Theorie des Wissenschaftlers, etwas, was einem Angst machen kann….

Von mir gibt es 4,5 Sterne für diesen Höllenritt (einen halben ziehe ich ab, weil mir etwas zu viele Wiederholungen drin waren)

4sterne

[Tag] Harry Potter und ich…

hpIch liebe Harry Potter und als ich diesen Tag bei Nina entdeckt habe, musste ich einfach mitmachen.

 01. Deine Harry-Potter-Geschichte, deine erste Begegnung mit Harry Potter?

Ich traf Harry Potter zum ersten Mal als Studentin in der Bahnhofsbuchhandlung in Frankfurt. Ich hatte nichts mehr zum Lesen und war auf der Suche nach einem Buch, das mich die Zugfahrt nach Mannheim über beschäftigt und da entdeckte in den zweiten Harry Potter Band. Ich hatte zwar schon von dem kleinen Zauberlehrling gehört, bin aber eher nicht so der Hype Typ. Trotzdem durfte er mit – der Rest ist Geschichte :D Der erste Band folgte zwei Tage später und dann fieberte ich jeder Neuerscheinung entgegen.
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02. Hast du alle Bücher gelesen/Filme gesehen?
Nicht nur einmal, mehrmals gelesen, mehrmals gesehen, mehrmals als Hörbuch gehört. Ist Rufus Beck nicht großartig?
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03. Wenn du sie gelesen hast – bevor du den Film geguckt hast, oder danach?
Davor natürlich, ich konnte doch nicht immer auf die Filme warten!
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04. Dein liebster HP Band/Film? Und schlechtester?

Der liebste Band und Film ist klar der erste. Alles war so neu, so unglaublich – ein Eintauchen in eine ganz andere Welt.
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05. Dein Lieblingscharakter gut/böse?
Mit Abstand: Snape. Schon immer … aber ich bin auch großer Hagrid und Voldemort Fan.
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06. Lieblingsschauspieler/in?

snape
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07. In welchem Haus würdet ihr am liebsten sein, wenn ihr Schüler/in von Hogwarts wärt?
Slytherin!
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08. Welches Haustier hättet ihr gerne?
Eine Eule
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09. Gefällt dir das Ende oder hättest du es dir anders gewünscht/vorgestellt?
Das Ende gefällt mir bis zum Epilog und dann, ja dann, argh… ne, das kitschige Ende hätte ich nicht gebraucht.
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10. Wolltest du auch schon immer mal Butterbier trinken?
Habe ich schon! Im Harry Potter Park in Florida, leeeecker :D
butterbeer
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11. Lieblingsort? (Hogsmeade, Hogwarts, Fuchsbau, Gemeinschaftsturm…)
Im Buch war es Hogwarts, aber seit dem ersten Film liebe ich die Winkelgasse… einmal dort shoppen gehen, das wäre es!
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12. Lieblingslehrer- und Schulfach?
Snape und Zaubertränke. Was man damit so alles anstellen könnte *g*
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13. Traurigster Moment?
Ich nehme mal an, alle haben HP gelesen, wenn nicht SPOILERalarm:
Der Tod Hedwigs hat mich total erschüttert und bei Snaps Tod musste ich echt schlucken.
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14. Welches Fabelwesen ist dein Liebling? (z.B. Dobby..)
Das ist schwierig, Dobby ist niedlich, aber auch nervig. Firenze fand ich toll, auch Seidenschnabel.
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15. Welches Buchcover gefällt dir am besten?
Die deutschen Cover gefallen mir gar nicht, ich finde die US Cover sehr viel hübscher. Einen Favoriten habe ich aber nicht.
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16. Was wäre bei dir im Raum der Wünsche?
Scotty und sein Transporter - sorry, anderes Genre :D
beamer
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17. Hast du mit 11 auch auf einen Brief von Hogwarts gewartet?
Als ich 11 war, war J.K. Rowling grad mal 19 ;) – da gab es noch keinen Harry weit und breit. Aber zu der Zeit wollte ich immer zu Dolly nach Burg Möwenfels.
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18. In was würde sich ein Irrwicht bei dir verwandeln?
Eine Riesenspinne *yuck*
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19. Was ist dein Lieblingsartefakt? (Zeitumkehrer, Schwert von Gryffindor, Denkarium)
Der Tarnumhang, unsichtbar durch die Welt streifen, das wäre es doch. Obwohl so ein Zeitumkehrer wäre auch sehr praktisch, vielleicht könnte ich meinen SuB dann endlich abbauen …

Auch Harry Fan? Dann mach den Tag doch mit!

Rezension: Mr. Penumbra’s 24-Hour-Bookstore

24-hour-bookstore “Mr. Penumbra’s 24-Hour-Bookstore”
von Robin Sloan
288 Seiten
19,55 Eur (gebundene Ausgabe)
5,46 Eur (Kindle)

Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber wenn es in einem Buch um ein Buch oder um einen Buchladen geht, dann muss ich es lesen. Ich muss noch nicht mal wissen, um was es genau geht, ich kaufe es mir. “Mr. Penumbra’s 24-Hour-Bookstore” war keine Ausnahme – zum Glück, denn ich liebe dieses Buch!

Clay Jannon verliert seine Arbeit als Web Designer. Um weiter Geld zu verdienen, nimmt er einen Job in Mr. Penumbra’s  24 Stunden Buchladen an; ein Buchladen, der nie geschlossen ist, erstaunlich wenig moderne Bücher verkauft, aber regen Zulauf von einem merkwürdigen Publikum hat. Clay merkt schnell, dass hier etwas Ungewöhnliches vorgeht und beschliesst, der Sache auf den Grund zu gehen. Zusammen mit seinen Freunden und seiner Freundin, die bei Google arbeitet, taucht er in eine geheimnisvolle Welt ein, in der es um nichts anderes geht als die Unsterblichkeit.

Das Buch springt zwischen alten Bücherregalen und dem Silicon Valley hin und her. Es schafft eine Symbiose zwischen altem Wissen und neuen Technologien. Und obwohl ich überrascht war, dass Google und die Möglichkeiten der Technik von heute eine so große Rolle in einem Buch spielen, das sich ja eigentlich um einen Buchladen drehen soll, war ich ganz schnell begeistert von der Idee und habe die Abschnitte über Google fast noch lieber gelesen als die über den Buchladen.

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Lesemonat April

owl_statisikFast vergessen! Der schnelle Rückblick auf den letzten Monat…
Viel habe ich nicht gelesen, da ich im Urlaub ganz andere Sachen zu tun hatte. Und wenn ich doch mal zum Kindle gegriffen habe, dann stand mir der Sinn nach Chick Lit. Simple Unterhalten am Pool, so muss das sein ;)

Mal schauen, ob es diesen Monat besser wird. Ich habe so viel zu tun, dass ich Abends meistens schon schlafe, bevor mein Kopf das Kissen berührt…

Gelesen:

  1. Ulli Olvedi: Über den Rand der Welt   – 3 Sterne (eine kleine Enttäuschung)
  2. Lucy Diamond: Sweet Temptation – 5 Sterne (L. Diamond ist perfekt für einen faulen Sommertag)
  3. Lucy Diamond: Summer With My Sister – 5 Sterne (erwähnte ich, dass sie tolle Chick Lit schreibt? ;) )
  4. Robin Sloan: Mr. Penumbra’s 24-Hour Bookstore – 5 Sterne (da hätte ich gern 6 gegeben *g*)
  5. Adriana Popescu: Versehentlich verliebt – 5 Sterne (so romantisch…)
  6. Peter Wilhelm: Gestatten, Bestatter!: Bei uns liegen Sie richtig – 4 Sterne (lustig, traurig, interessant)

Gehört:

Endlich fertig und ich liebe, liebe, liebe es! Im Juni kommt die Fortsetzung, ich kann es kaum erwarten.
5 Sterne!

hoerbuch

Bei mir eingezogen:

Fast alle als Kindle Ausgaben:

adork stranger hens anyway love

thief breathe present christmas forevers

Favorit des Monats:

Diesen Monat war es ein Rennen zwischen der Königsmörder Chronik und einer Geschichte rund um einen Buchladen. Der Buchladen und Google haben gewonnen:

24-hour-bookstore

Die Rezension folgt in den nächsten Tagen.

Rezension: Ein Jahr in der Provence

provence“Ein Jahr in der Provence: Reise in den Alltag”
von Rita Henß
192 Seiten
Verlag Herder
12,99 EUR

Gerade aus dem Urlaub zurück, wollte ich gedanklich in eine andere Region der Welt reisen und habe zu “Ein Jahr in der Provence” gegriffen. Ich liebe diese Serie von Herder einfach und war wirklich gespannt, was Rita Henß so zu erzählen hat.

Die Autorin kennt Frankreich schon aus vielen Urlauben, beherrscht die Sprache und kann mit den Eigenheiten der Einwohner gut umgehen. Daher beschliesst sie eines Tages für ein ganzes Jahr in die Provence zu ziehen und dort zu schreiben. Ihr Weg führt sie zunächst in ein kleines Dorf, um den Herbst zu geniessen. Später steht der Umzug nach Marseille an. Schnell findet sie sich in ihre neue Umgebung ein, lernt die Leute kennen, unternimmt Ausflüge und freut sich über jede Feige, die ihr direkt auf die Terrasse fällt.

Das Buch ist in zwölf Kapitel unterteilt, für jeden Monat eines, so dass es dem Leser leicht fällt, die Zeit nachzuverfolgen. Durch viele kleine Anekdoten lernt man das Dorfleben gut kennen und schätzen. Und auch Marseille entsteht vor dem innere Auge, mit seinem Fischmarkt, seinen Cafés,  seinem Multikulti Flair…

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