Rezension: Ein Jahr in der Schweiz

06737-2_Rzehak_Ein Jahr in der Schweiz_Final_high.indd“Ein Jahr in der Schweiz – Reise in den Alltag”
von Caroline Rzehak
190 Seiten
Herder Verlag
12,99 EUR (Broschiert )

Und wieder ist ein Buch der “Reise in den Alltag” Reihe bei mir eingezogen. Bald kann ich einen ganzen Regalboden mit diesen Bänden füllen, man könnte fast meinen, ich lese diese Bücher gern ;)
“Ein Jahr in der Schweiz” war ein besonderes Buch für mich, weil es von einer Reise erzählt, die ich im Jahr 2000 selbst angetreten bin. Damals bin ich in die Schweiz gezogen, habe geheiratet und einen Job in Zürich angetreten. Gewohnt habe ich in einem kleinen Dorf, etwa eine halbe Stunde von Zürich entfernt, denn in der Stadt selbst ist das Leben einfach zu teuer. Das Eingewöhnen war nicht einfach, die Willkommenskultur der Schweizer ist, sagen wir mal… ausbaufähig….

Ähnliche Erfahrungen wie ich macht auch die Autorin Caroline Rzehak. Sie folgt ihrem Mann in die Schweiz als dieser ein Jobangebot erhält. Ein neues Land, fremde Menschen und – obwohl Deutsch zu den Landessprachen gehört – doch eine ganz andere Kultur. Auf der einen Seite ein spannendes Abenteuer, auf der anderen ein mühsames Unterfangen. Denn seien wir ehrlich, die Schweizer mögen uns Deutsche nicht sonderlich. Das liegt natürlich auch daran, dass zu viele von uns in dieses kleine Land einwandern und der ein oder andere Schweizer sich dann schon Gedanken macht. Auch sind die Schweizer in ihrem Umgang mit Fremden im Land nicht zimperlich. Als Rzehak sich um einen Job bemüht und Bewerbung um Bewerbung schreibt, wird schnell klar: ihre Chancen stehen schlecht, einfach weil sie eine Deutsche ist. Arbeitgeber haben auch kein Problem damit, ihr das genau so mitzuteilen. Ein Praktikum oder eine Hilfsstelle wäre eventuell drinnen, aber sonst… irgendwann entschließt sie sich dann, ein Studium zu beginnen, damit sie wenigstens etwas zu tun hat. Auch mit dem Schweizerdeutsch ist es nicht ganz so einfach. Oft versteht sie die Einheimischen nicht und diese empfinden das Hochdeutsche als arrogant. Doch als Deutsche sollte man auch nicht unbedingt Schweizerdeutsch lernen, dann das würde auf die Schweizer anbiedernd wirken.

Erwähnte ich, dass die Eidgenossen nicht einfach sind? ;)

Damit Rzehak  in der Zwischenzeit nicht die Decke auf den Kopf fällt, ist sie mit ihrem Mann viel in der Schweiz unterwegs. Sie erzählt von Wanderwegen, von Städtetrips und Festen. Für Leser, die noch nie in der Schweiz waren, dürfte dieser Abschnitt sehr interessant sein.

Die Bemühungen der Autorin, sich wirklich in das neue Land zu integrieren, merkt man beim Lesen an den zahlreichen schweizerdeutschen Ausdrücken und Worte, die sie in ihren Text mit einfließen lässt. Obwohl ich diese Worte alle kenne, hat es mich nach einer gewissen Zeit wirklich genervt. Als dann selbst das so ausgelutsche “Chuchichäschtli” auftauchte, hab ich nur noch die Augen verdreht.

Ich könnte mir vorstellen, dass Leser, die keine Ahnung von Schweizerdeutsch haben, einiges nicht verstehen werden. Es ist einfach zu viel. Auch die Diskussionen mit ihren Freunden, die sie im Buch wiedergibt, wirken teilweise aufgesetzt, sie wirken wie Belehrungen für den Leser und nicht wie Unterhaltungen zwischen Freunden.  Auf der einen Seite durchaus interessant, weil man so einiges von dem Schweizer “Way of Life” und den kleinen Merkwürdigkeiten des Volkes mitbekommt, auf der anderen Seite zu bemüht.

Alles in allem hat mir das Buch aber gefallen. Es hat eine Menge Erinnerungen geweckt und mich meinen Weg noch einmal gehen lassen. Interessant zu sehen, dass die Autorin ähnliche Schwierigkeiten hatt(e) – es lag also nicht an mir :D

Ich habe das Experiment Schweiz nach vier Jahren abgebrochen, habe mir meinen Mann geschnappt und bin zurück nach Deutschland gezogen. Vielleicht hat die Autorin mehr Glück bei der Integration, ich wünsche es ihr.

4 Sterne für diese Reise ins Land der Franken, der Schoggi und des Chäs-Fondues

4sterne

Neu eingezogen

Passend zur Weihnachtszeit gibt es bei mir einige Neuzugänge.
Der Nikolaus hat mir gleich zwei Bücher in die Stiefel gelegt:

Das-Gerausch-einer-Schnecke-beim-Essen-9783492302371_xl“Das Geräusch einer Schnecke beim Essen”
von Elisabeth Tova Bailey

Durch eine Krankheit ist die Journalistin Elisabeth Bailey ans Bett gefesselt. Als sie von einer Freundin eine Topfpflanze geschenkt bekommt, unter deren Blättern eine Schnecke sitzt, beginnt sie diese zu beobachten. Nachts wird ihr neues Haustier aktiv, fährt seine Fühler aus, geht auf die Jagd und vollführt seltsame Rituale. Fasziniert beschäftigt sich Bailey mit Biologie und Kulturgeschichte der Schnecke und erfährt Verblüffendes über ein unterschätztes Lebewesen.

und

frau_bett“Die Frau, die ein Jahr im Bett blieb”
von Sue Townsend

An dem Tag, als ihre geliebten Zwillinge ausziehen, entschließt sich Eva Biber, ins Bett zu gehen und nicht mehr aufzustehen. In den ganzen 17 Jahren, in denen sie sich ausschließlich um ihre Familie sorgte, träumte sie davon, eines Tages dem Alltagstrott zu entfliehen. Nun ist ihre Chance gekommen: Eva bleibt im Bett. Doch von »Bettruhe« ist sie weit entfernt – die Nachricht von ihrem Ausstieg verbreitet sich wie ein Lauffeuer, vor Evas Haustür versammeln sich begeisterte Anhänger und skurrile Besucher, bis Evas Rückzug vollkommen aus dem Ruder zu laufen droht …

Dann noch zwei hübsche Weihnachtsbücher:

weihnachtsreise“Die wunderbare Weihnachtsreise”
von Lori Evert

Anja träumt davon, einmal als echter Elf dem Weihnachtsmann helfen zu können und so macht sie sich eines Tages auf den Weg durch magische Winterlandschaften hin zum Nordpol.IMG_6997

Ein besonderer Bilderbuchschatz, für alle die skandinavische Winterwelten und deren besonderen Weihnachtszauber lieben.
Eine Geschichte, die diesmal nicht von gemalten Bildern, sondern echten Fotos begleitet wird – einfach wunderschön.

Ein kleiner Traum für mein Bücherregal, über den ich mich ganz besonders freue.
.

stillenachtStille Nacht: Das leise Weihnachtsbuch”
von Deborah Underwood

In der Weihnachtszeit gibt es viele leise Momente: beim Warten auf den ersten Schnee, beim Kakaotrinken, beim Lesen am Kamin, beim Schlittschuhlaufen, aber auch wenn alle Lichter angehen, wenn jemand einen Schneeengel macht oder weiße Wölkchen ausatmet – und wenn Weihnachten dann endlich da ist. Das neue Buch des Erfolgsduos stellt eine Vielzahl weihnachtlicher Situationen und die damit verbundenen Gefühle vor: von sehnsüchtig über aufgeregt hin zu besinnlich, stimmungsvoll und festlich. Die warmherzigen und humorvollen Illustrationen bieten willkommene Gesprächsanlässe für zu Hause und im Kindergarten. Ein bezauberndes Buch der leisen Töne, Stimmungen und Gefühle!

Und wenn Weihnachten dann vorbei ist und wir vollgefuttert in der Ecke liegen, sollten wir uns vielleicht diesen Ratgeber durchlesen:

morgenessen“Die “Morgen darf ich essen, was ich will”-Diät”
von Bernhard Ludwig

Die Diät ist so einfach wie genial.
An jedem zweiten Tag wird gefastet, dafür darf man am jeweils anderen Tag essen, was man will.

Klingt interessant, ich hab schon viel Positives gehört und wie war das mit den “guten Vorsätzen”?

Völlig aus der Reihe tanzt dann dieses Buch, aber es wurde mir empfohlen. Schauen wir mal :D

Wer-zu-uns-kommt--hat-das-Grobste-hinter-sich--Deutschlands-bekanntester-Bestatter-erzahlt-9783426421611_xxl“Wer zu uns kommt, hat das Gröbste hinter sich: Deutschlands bekanntester Bestatter erzählt”
von Peter Wilhelm

Wie organisiert man das würdige Begräbnis eines ehemaligen Bürgermeisters, wenn zwei verfeindete Ortsvereine um Vorrechte beim Leichenbegängnis streiten? Was tun, wenn Angehörige schon in der Aufbahrungshalle ums Erbe schachern? Peter Wilhelm weiß Rat. Aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung im Bestattungsgewerbe hat er schon so ziemlich alles erlebt. Mit einem guten Schuss Humor erzählt Wilhelm aus dem Alltag seines Trauerhilfe-Instituts und bietet amüsante und anrührende Blicke hinter die Kulissen.

November Gelesenes

Der letzte Monat des Jahres ist angebrochen. Morgen werden schon die Stiefel gefüllt, höchste Zeit noch einmal auf den November zurückzuschauen. Was hab ich gelesen, wie hat es mir gefallen?

Und wie stehe es eigentlich um meine Goodreads Challenge?

Zuerst aber zur kleinen Statistik

Gelesen:

06737-2_Rzehak_Ein Jahr in der Schweiz_Final_high.indd“Ein Jahr in der Schweiz”
von Caroline Rzehak

Hat mir gut gefallen und viele alte Erinnerungen hochgebracht.
Rezi ist halb fertig, folgt also nächste Woche.
4 Sternchen

4sterne

 

24“Mein 24. Dezember. Eine seltsame Geschichte”
von Achim Bröger

Super niedliches Kinder Weihnachtsbuch.
Ein Hund erlebt sein erstes Weihnachtsfest und das kann nun wirklich sehr verwirrend und stressig sein.

4sterne

 

30“30 Minuten Willenskraft”
von Hans-Georg Willmann

Da hatte ich mir mehr versprochen. Ich wollte meinem inneren Schweinehund Beine machen, aber, nun ja, nicht viel Neues und der Hund fühlt sich immer noch sauwohl.

3sterne

 

haunted“Haunted”
von Bentley Little

Ne, das war nichts.
Nach “Say her name” war mir wieder nach ein wenig Grusel, aber “Haunted” hatte wenig Horror zu bieten. Da war das Cover besser als der Inhalt.
2 Sternchen.

2sterne

 

mann“Wie sag ich’s meinem Mann?: Über das Zusammenleben mit einer anderen Spezies”
von Stefanie Luxat

Dafür war dieses Buch hier umso besser.
Stefanie kennt man von ihrem Blog “Ohhhmhhh” und genauso gut wie Kolumnen dort ist dieses Buch. Rezi HIER.

5sterne

 

HP1“Harry Potter und der Stein der Weisen (Harry Potter, #1)”
von J.K. Rowling

Dazu muss man nicht viel sagen, einer der vielen Rereads dieses Buches. Harry Potter gehört irgendwie in die Winterzeit.
Und wie immer klare 5 Sterne!

5sterne

 

sayhername“Say Her Name”
von James Dawson

Tolles Buch zu Halloween!
Ich hab mich ordentlich gegruselt und Spiegel, Kerzen und der Name Mary werden bei mir zu Hause sicher nie kombiniert.
Rezi HIER

4sterne

 

thistown“This Town: Two Parties and a Funeral — plus plenty of valet parking! — in America’s Gilded Capital”
von Mark Leibovich

Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Sehr viele Einzelepisoden, kein großer Zusammenhang. Ich hatte mir mehr versprochen, trotzdem ein interessanter Blick hinter die Kulissen Washingtons.

3sterne

 

pass23“Passagier 23″
von Sebastian Fitzek

Ein neuer Fitzek! Ich hab dieses Buch vorbestellt, sobald es möglich war und ich wurde nicht enttäuscht – obwohl… auch dieses kommt nicht an seine Erstwerke heran. Es waren mir fast zu viele Verbrechen und leider, leider kam das Kreuzfahrtschiff als Handlungsort viel zu kurz. Aber es war wie immer spannend und ein Lesevergnügen.

4sterne

.

Gehört

fatchance“Fat Chance”
Nick Spalding

Mit Abstand das lustigste Buch, dass ich in letzter Zeit gelesen, ähm, gehört habe. Auch, wenn es mit Vorurteilen spielt und völlig übertrieben ist, ich hab an so vielen Stellen laut lachen müssen, dass es ein Genuss war!
4sterne

 

hexenschöffe“Der Hexenschöffe”
von Petra Schier

Seit langem habe ich wieder einmal zu einem historischen Roman gegriffen. Und ich habe genau richtig gewählt. Dieses Buch hat alles, was ein Buch haben muss, einfach großartig, auch wenn ich bei manchen Szenen innerlich verkrampfte. Rezi folgt – 5 volle Sterne.

5sterne

.

Highlight des Monats:

hexenschöffe

Dieses Mal war die Wahl ganz einfach:
“Der Hexenschöffe” von Petra Schier ist der klare Gewinner des Monats, so gut! 
.

Goodreads Challenge:

100 Bücher habe ich mir vorgenommen und fast geschafft.

Bildschirmfoto 2014-12-05 um 22.48.21

91 Bücher habe ich bisher gelesen, fehlen noch 9.
Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass ich diese 9 nicht mehr schaffen werde, vor allem, weil ich über Weihnachten eine Woche mit der Familie in Urlaub fahre und dort sicher anderes zu tun haben werde, als zu lesen. Aber es wurmt mich, so kurz vor dem Ziel zu scheitern! Vielleicht such ich mir einfach mal sehr dünne Bücher raus :D
Schauen wir mal.

Zwischenruf

Durch eine amerikanische Buchyoutuberin bin ich auf einen Kanal aufmerksam geworden, den ich wirklich empfehlen kann. Es ist “Der Buchtoaster”.  Der junge Mann kommt aus Hamburg und blogt über Bücher und sein Leben. Was seinen Kanal aber besonders macht, ist seine Reihe “BOOKTUBE News”. Dort trägt er alle Neuigkeiten der deutschen Buchyoutuber Szene zusammen.

Seinen letzten Beitrag findet ihr hier

Jetzt mal ehrlich, ist der nicht Zucker?

Blogger – Adventskalender 2014

Morgens aus dem Bettchen steigen, Augen reiben, barfuß zum großen glänzenden Kalender tapsen und mit großer Vorfreude das erste Türchen öffnen. Wer erinnert sich nicht gern an diese Kindertage?

adventskalenderlogo-400x273
Um uns den Zauber der Kindheit auch in die Erwachsenenwelt zu retten, hat die liebe “Tintenelfe” Mona schon vor Jahren den (Buch)blogger Adventskalender ins Leben gerufen. Ich habe schon einmal daran teilgenommen und dieses Jahr bin ich wieder dabei.
Welches Türchen das meine ist, verrate ich aber noch nicht.

Ab dem 1.12. werdet ihr jeden Tag bis zu Weihnachten auf 24 verschiedenen Blogs einen kleinen Überraschungspost finden. Entweder gibt es Tipps zu Weihnachtsbüchern oder ein Rezept, eine Bastelei oder andere Kleinigkeiten. Ab und zu kann man sogar etwas gewinnen. Wenn ihr uns also folgen wollt, dann besucht am 1. Dezember die Tintenelfe auf ihrem Blog, dort fällt der Startschuss der Reise; danach wird jeder Beitrag den Hinweis auf das nächstes Türchen beinhalten.

Ich wünsche euch jetzt schon viel Spaß und hoffe, wir können euch die Zeit bis zum Fest etwas verschönern.

stiefel2014-200x310
Ach ja, wer auf Facebook ist, findet uns HIER.

.

.

.

Zwischenruf: Die Tribute von Panem – Mockingjay, Teil 1

mock

Gestern war es endlich soweit: der dritte Filmteil der “Hunger Games” ist angelaufen. Ich war in der Vorpremiere und wurde leider etwas enttäuscht.

Teil 1 und 2 haben mir sehr gut gefallen, aber “Mockingjay” zieht sich einfach nur so dahin. Es passiert wenig und wenn es endlich interessant wird, ist der Film zu Ende und man darf ein weiteres Jahr warten. Meiner Meinung nach tut die Aufteilung des Buches in zwei Filme der Geschichte nicht gut. Mir hat die Emotionalität der letzten beiden Filme gefehlt, ich konnte kaum mitfiebern und es gab Stellen, die sich gezogen haben wie Kaugummi…

Für mich – als großen Fan der Bücher – war das alles ein bissl unbefriedigend, auch, wenn der Cast wirklich gut und Jennifer Lawrence die perfekte Katniss ist. Leider durfte sie in diesem Film hauptsächlich traurig gucken – auf Dauer zu langweilig.
Ich hoffe jetzt einfach mal auf einen epischen letzten Teil.

Meinem Mann (der die Bücher nicht gelesen hat) hat der Film überhaupt nicht gefallen. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen – zu mehr reicht es nicht.
Ich bin gespannt, wie alle anderen Leser und Blogger den Film beurteilen.

Ach ja und noch etwas: Ich vermisse Philip Seymour Hoffman.
Er war einfach ein großartiger Schauspieler. Schön, dass der Film ihm gewidmet wurde.